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Veröffentlichungen
‘bwd’ im Gespräch
Dr. Seidler

Dr. Peter Seidler ist einer der Motoren der Industrieboden-Aktivitäten in Europa. Erst kürzlich wurde er zum Vorsitzenden des RILEM Technical Committee "TC Industrial Floors" gewählt.

  'bwd' im Gespräch
Dr. Peter Seidler über den Industrieboden-Markt

Es fehlt die Transparenz

Industrieböden gelten als Nische für Bodenhandwerker. 'bwd' sprach mit Dr. Peter Seidler, dem Initiator des "Internationalen Kolloquiums Industrieböden" und Vorstandsvorsitzenden der astra Industrieboden GmbH über die Marktvoraussetzungen.

'bwd': Sie verlegen mit Ihrer Unternehmensgruppe jährlich 400.000 Quadratmeter Industrieböden. Wie hoch schätzen Sie die Gesamtquadratmeterzahl an verlegten Industrieböden?
Seidler: Der Markt für Industrieböden aus Reaktionsharzkunststoffen, also aus Epoxiden (EP), Polyurethanen (PUR) und Polymethylmethacrylaten (PMMA) ist sehr groß. Es gibt keine aktuellen Marktzahlen, und die Kennzahlen (egal ob Deutschland oder Europa), die durch Erhebungen vorhanden sind, sind nicht sehr verlässlich. So existiert beispielsweise eine ältere Studie über die Europäische Union. Danach werden jährlich 24 Millionen Quadratmeter Böden aus Reaktionsharzkunststoffen für Neubau und Sanierung hergestellt. Interessant ist die Art der Untergründe: Über 50 Prozent der Flächen sind monolithische Betonböden. Von den Estrichen sind 70 Prozent Zementestriche. Der Rest verteilt sich auf Magnesit, Gussasphalt und sonstige Untergründe. Wer als Handwerker in diesen Markt möchte, sollte sich am Anfang auf die zementgebundenen Böden konzentrieren und Unsicherheiten aus der Zusammensetzung des Untergrundes weitgehend vermeiden.

'bwd': Welche Gewerke und Unternehmen sind in diesem Markt als Verleger vertreten? Gibt es eine Gruppierung, die sich auf Industrieböden spezialisiert hat?
Seidler: Eigentlich tummeln sich alle einschlägigen Gewerke auf diesem Markt - Bodenleger, Estrichleger, Maler, Korrosionsschutzbetriebe, Säurebau und Spezialunternehmen. Die meisten verschwinden nach einiger Zeit wieder. Tatsächlich überleben die 5-Jahres-Frist nur solche Betriebe, die sich im Laufe der Jahre und häufig aufgrund von Reklamationen das absolut notwendige Spezialwissen verschaffen konnten. Es ist Arbeit für Spezialisten, die häufig zusätzlich auf die Sachkunde der Berater aus der Bauchemie und auf Sonderfachleute angewiesen sind. Einen Verband gibt es wegen der Heterogenität der Anbieter leider noch nicht.

'bwd': Wie sieht die Angebotseite aus? Haben Sie einen Überblick, wieviel Industrieunternehmen zur Zeit Industriebodenbeschichtungen und -systeme am Markt anbieten?
Seidler: Es gibt eine Marktübersicht über Instandsetzungs- und Beschichtungssysteme für zementgebundene Industrieböden. Hierin findet man über 50 Anbieter mit durchschnittlich acht Produkten. Das heißt, der Verlegepartner hat zwischen mindestens 400 Produkten zu wählen. Es gibt nicht einmal allgemein verbindliche Materialkennwerte, die etwas über die Eignung des Materials für die vorgesehene Anwendung aussagen. Es ist daher keinerlei Transparenz auf diesem Markt vorhanden. Hersteller, Verleger und Nutzer müssen auf ihre Erfahrungen zurückgreifen. Dies ist unwissenschaftlich und gibt die Möglichkeit zu "Quantensprüngen" der Entwicklung, wenn ein Hersteller in der Lage ist, diese Mauer zu durchbrechen. Damit sind wir bei der Zukunft.

'bwd': Und wie schätzen Sie den Industrieboden-Markt sagen wir für die nächsten fünf Jahre ein? Lohnt es sich für Neueinsteiger aus dem Handwerk, im Industriebodenbereich ein zweites Standbein aufzubauen?
Seidler: Die Zukunft gehört den Spezialisten. Nur diese sind in der Lage, die ungeheure Vielfalt der Produkte zu durchschauen und ihre Baustellen so zu organisieren, dass sie im harten Wettbewerb bestehen können. Die Komplexität der Aufgabe wird schon dadurch unterstrichen, dass es Produkthandbücher mit bis zu tausend eng bedruckten Seiten gibt. Wie soll da ein einfacher Handwerker noch eine Entscheidung treffen. Der Einstieg in den Industrieboden-Markt sollte deshalb wohl überlegt werden und hat nichts damit zu tun, "mal schnell Geld zu machen".

'bwd': Ihre Firma verlegt sowohl selbst als auch mit autorisierten Verlegepartnern. Aus welchen Gewerken kommen diese Partner und wie läuft diese Zusammenarbeit ab?
Seidler: Die Zusammenarbeit mit Verlegepartnern hat sich bei uns seit mehr als 25 Jahren hervorragend eingespielt. Wir suchen Leute, die denken und anpacken können. Wir brauchen Menschen, die keine Angst vor dem Kunden haben, sondern den Kunden aufgrund ihrer Erfahrungen beraten und auch einmal "nein" sagen können. Unsere Verlegepartner erhalten durch die Zusammenarbeit mit uns Zugang zu unseren Erfahrungen: Dadurch haben sie mit Marketing und Verwaltung nur wenig zu tun. Und wir haben eine kostenlose Hotline, mit der sie jederzeit verbindlichen Rat aus unserer Wissensdatenbank abrufen können.

'bwd': Für das Verlegen von Industrieböden braucht man sehr viel Spezialwissen zu den unterschiedlichen Produkten und Verfahren. Wie kann sich ein Estrich- oder Bodenleger dieses Wissen am Besten aneignen?
Seidler: Wir zeigen unseren Partnern, wie sie bei einer sorgfältigen Baustellenbegehung eine "Bodendiagnose" erstellen. Oder wir verabreden "Kontrollflächen", mit denen wir dem Kunden zeigen, was wir können. Am Anfang einer neuen Zusammenarbeit ist immer einer unserer Anwendungstechniker bei der Verlegung dabei: so fließt Wissen vom Spezialisten zum Neuling. Ist der neue Partner aufmerksam, trägt er bald durch seine eigenen Fragen möglicherweise sogar zur Verbesserung unseres Systems und unserer Organisation bei. Viele Antworten sind darüber hinaus auf der im Fraunhofer IRB-Verlag erschienenen CD-ROM "Industrieböden" zu finden.

'bwd': Wie schafft man als Handwerker den Einstieg in diesen Markt? Welchen Tipp können Sie als "alter Profi" unseren Lesern auf den Weg geben?
Seidler: Ein wichtiger Tipp: Geraten Sie nicht in die "Smart-Talk-Falle", sondern sprechen Sie offen mit dem Nutzer über alle Probleme und ihre technischen und kaufmännischen Lösungsmöglichkeiten. Denken Sie an das italienische Sprichwort: "Zwischen dem Reden und dem Tun liegt das Meer!"

'bwd': Vielen Dank für das Gespräch.

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